Die Tracht

Die Elztäler Tracht
Die Elztäler Tracht

Das Charakteristikum einer Landschaft und seiner Menschen ist die Sprache, also die Mundart, die das Elztal als einen eigenen Sprachraum mit örtlichen Verschiedenheiten ausweist. Das gilt auch für die überlieferte Volkstracht. Innerhalb des Schwarzwaldes ist das Elztal als eine eigene Trachtenlandschaft anzusehen. Die Tracht selbst variiert oft von Ort zu Ort etwas, trägt aber zu ihrer Farbenfrohheit bei. Auch unterlag sie zu allen Zeiten Veränderungen und Anpassungen an die momentanen Modeströmungen, weshalb die Vielseitigkeit gewährleistet bleibt.

Die Elztäler Frauentracht ist beherrscht von einem Rockmiederkleid. Zu deren Herstellung werden heute meist Stoffe aus blauen oder grünen Farben verwendet. Getragen wird ein schwarzer (Samt-) Peter, während die dazugehörige Schürze aus einem geblümten Seidenstoff genäht ist. In die umgelegten Zöpfe, bei älteren Frauen noch zu sehen, gehört ein eingeflochtenes schwarzes Band, während bei den jüngeren Frauen eine modische Haarfrisur dem Trachtentragen nicht entgegensteht. Die früher übliche Bänderkappe mit einem gestickten Boden ist nicht mehr gebräuchlich.
Dafür setzt die Trachtenträgerin ein Schnapphütchen, geflochten aus feinem Stroh, geziert mit schwarzen Bändern und einem Sträußchen künstlicher Rosen.

Bei kirchlichen Feiern, wie der Konfirmation oder auch an Fronleichnam und letztmals zur Hochzeit tragen die ledigen Frauen einen farbenfrohen Schäppel. Hergestellt ist er aus einme Draht- und Stoffgeflecht und mit hunderten farbiger Perlen besetzt. Die Jugend trägt heute meist Bogenkränze, die mit weißen Blümchen, grünen Myrtenzweigen und Stoffröschen verziert sind.

Die Anwesenheit von Trachtenträger-(innen ) ist in Oberprechtal nicht nur ein bunter Farbtupfer, sondern das i-Tüpfelchen einer Veranstaltung.

In dem 1844 erschienen Buch „Badische Volksitten und Trachten“, beschrieb Josef Bader die Prechtäler Tracht und stellte dazu folgendes fest: „Die Tracht hat ihre Verschiedenheit noch behauptet, welche wie überall bei den Protestanten die dunkle Farbe des Ernstes trägt und bei den Katholiken die heitere der Lebenslust.“

Als Trachtenhandwerkerin hat sich seit vielen Jahren Frau Rosa Schneider große Verdienste erworben. Mit ihren Arbeiten, besonders bei der Schäppelherstellung wurde sie weit über Oberprechtal hinaus bekannt. Ihre Teilnahme bei Trachtenfesten und ähnlichen Anlässen bewirkte man neues Interesse an der Volkstracht und trug so zu deren Erhalt bei. Kaum ein Ereignis, ein Heimatabend oder eine andere weltliche Festlichkeit im Dorf vergeht, bei dem nicht Trachten- und Schäppelträgerinnen das Erscheinungsbild des Geschehens prägen, zumal die Tracht im Alltagsleben so gut wie nicht mehr getragen wird.

Andererseits entstanden in den Nachkriegsjahren im Schwarzwald, oft unter dem Einfluß des Bundes für Heimat und Volksleben, überall neue Trachten- und Volkstanzgruppen, die zur Belebung des örtlichen Lebens viel beitragen. In Anlehnung an alte Stilformen werden neue Trachten geschaffen.

Auch wir, der Musikverein Oberprechtal legten uns im Jahre 1970 eine neue Männertracht zu. Unverkennbares Zeichen für unsere Musiker ist der mit einer Silberdistel gezierte Hut.

(Text: Oberprechtal aktuell – H. Mäntele)



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